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Walter Wrussnig (A)
Malerei
Vernissage war am Samstag den 07.06.08.
Zum Thema : " Schein-Schlag "
Künstlerische Reduktion beginnt im Kopf. Bruch, Ewigkeit, Kreuz, Sturm, Hirn, Ruhe,
Blutregen und Strasse heißen die Abstraktionen des Kärntner Architekten
und Malers Walter Wrussnig (geb. 1951), der die prägnanten Kurztitel seiner Werke
wie Gedankenspiele fragmentarisch aneinanderreiht. Der Schein schlägt uns, denn was
Wrussnig mit Wortfetzen anreißt, lässt sich durch die vorhandenen Sprach-Codierungen,
die Assoziationen wecken, nicht unmittelbar verifizieren. Wenn es beispielsweise Blut
regnet bleibt die Frage offen, wessen Blut es regnet und wer für etwas bluten musste ?
Die Farbe Rot allein erklärt es uns nicht. Ebenso ergeht es uns bei der Betrachtung des Werkes "
Strasse ", die an einem schwarzen Rechteck endet.
Doch unerklärlich bleibt, ob dieses Ende ein menschlich ultimatives ist,
oder eher eine Markierung der Abwesenheit von Licht darstellt, die auch eine Pause auf
dem Lebensweg deklarieren könnte. Wrussnig schlägt also zu mit einem exzentrischen
Minimalismus, der sich im Schein seines Gedankenkonstrukts ständig neu erfindet.
Er benennt das als Vorläufigkeit einer Idee gegenüber der so genannten harten Realität.
Ein Kreuz, welches uns in der Ausstellung bildhaft-schmerzlich begegnet und uns memorieren lässt,
was wir manchmal zu tragen haben. Der schmale Grat einer existientiellen Spurensuche wird
zur Manifestation einer Welt, die nichts mehr versprechen kann,
weil alles was aufgebaut und erschaffen wird, nur die Vorstellung einer Wahrnehmung sein könnte,
die zuerst als Erfahrung und später als Erinnerung im Kopf weitergedacht wurde,
sich aber durch das erscheinen von Farbe auf der Leinwand, vehement der Vergänglichkeit
zu entziehen versucht.
Text und Copyright : Florinda Ke Sophie, Graz 2008
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