:: Galerie Blaues Atelier :: Webgalerie :: Kunstverein M.I.A.Z.W.O.A. :: Aktuelle Ausstellungen

              :: Workshop :: Rückblick :: Links/Partner :: Stadtplan :: Kontakt :: Impressum :: Home

 

 

 
zurück zum Rückblick
 
zurück zur Hauptseite
 
   

"BUGS'N BUCKS" - Ralf Kopp (DE)

Käfer und Geld - oder: was die Welt bewegt, eine Ausstellung von Ralf Kopp

Eröffnung Florinda Ke Sophie in Anwesenheit des Künstlers:
Freitag 03.02.2012 um 19:00h
Ausstellungsdauer: 04.02. - 24.02.2012

Ralf Kopp, Fotograf und Videokünstler präsentiert zum zweiten Mal seine Werke in der Grazer Galerie Blaues Atelier. Unter dem Titel "Bugs´n Bucks" verbirgt sich eine Gegenüberstellung der Makro-Fotografien von Insekten und einer erstmals in Graz präsentierten Installation aus Geldscheinen. Die Installation ist ein vom Betrachter aktiv zu bewegendes, im Raum schwebendes Mobile - eine "Gleichgewichtsanalyse". Es veranschaulicht monetäre (gesellschaftliche) Kräfte- und Machtverhältnisse.

Ralf Kopp wurde 1973 geboren und lebt heute in Darmstadt. Er gewann den Latelounge-Publikumspreis des hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main beim Ed-Ward 2002, einen Nachwuchsfilmpreis der Landesinitiative der Hessen Media, sowie weitere Preise. Kopp blickt auf viele internationale Ausstellungen zurück, die ihn mit seinen Werken aus dem Bereich der Neuen Medien auf Kunstmessen, in Museen, Kunstinstitute und in Galerien nach Frankfurt, München, Berlin, Hamburg, Shanghai, New York, Washington D.C. und andere Großstädte führten. www.ralfkopp.com






Ralf Kopp

Zur Ausstellung:

Die Installation "Bucks" - in den USA umgangssprachlich für Geld - ist als Mobile aufgebaut. Auf der einen Seite schwebt ein 200-Euro-Schein und auf der anderen Seite schweben zwanzig 10-Euro-Scheine. Auf 2 gegenüberliegenden Seiten befindet sich also der gleiche Wert - und veranschaulicht die Resonanz im Kräfte- und Machtverhältnis, wenn dieses in Bewegung versetzt wird. Wie z.B. das Kräfteverhältnis von niedrigem zu hohem Einkommen. Wird der 200-Euro-Schein minimal bewegt, ergibt das auf der 10-Euro-Scheine-Seite viel Bewegung. Wird andererseits ein einzelner 10-Euro-Schein bewegt, ergibt das auf der 200-Euro-Schein-Seite kaum Bewegung. Werden allerdings alle 10-Euro-Scheine in eine gemeinsame Richtung bewegt, ergibt das unweigerlich auch eine Bewegung auf der 200-Euro-Schein-Seite. Kopp geht in seiner Geld-Metapher und Gleichgewichtsanalyse davon aus, das man mehr bewegen kann, wenn man "wenig" in einem Netzwerk bündelt.

Was haben jedoch die Euronen mit Käfern gemeinsam? Die Makrofotografien "Bugs", welche man auch als Insektografien bezeichnen könnte, werden als Einzelobjekte oder Individuen dargestellt. Einerseits sind die Insektografien eine Hommage an die Natur und deren darin vorzufindende Ästhetik, die sich oft nur durch die extreme Vergrößerung erkennen lässt. Betrachtet man aber die Biologie und Verhaltensweisen von Insekten, erscheint unmissverständlich der Zusammenhang zur Geld-Metapher - denn viele Insekten sind sozial äußerst organisiert, um letztlich ihren Fortbestand zu sichern. Sie können trotz ihrer Kleinheit, mittels ihres Netzwerks enorm viel bewegen. Die gängigsten Beispiele sozialer Insektengemeinschaften sind Bienen, Wespen und Ameisen. Bei diesen Völkern sind jedoch deren Larven inaktiv und lassen sich lediglich füttern. Im Gegensatz zu den von Waldkennern gefürchteten (Holz fresslustigen) Borkenkäfern, welche durch Monokultur ganze Waldstriche dem Tode weihen können. Die Borkenkäferlarven nagen Gänge aus und formen anfallendes Sägemehl und Kot zu Ballen. Erwachsene Weibchen wiederum entsorgen die Abfallballen an den Eingangsbereichen und blockieren diese zugleich. Damit verhindern sie, dass Larven aus dem Baum fallen. Außerdem kümmern sich die Weibchen gegenseitig um den Nachwuchs - und um die Schimmelpilzrasen im Gangsystem, die den Tieren als Nahrung dienen.
Zu viel Schimmel aber schadet den Borkenkäfern. Deshalb putzen sich die Tiere untereinander den Pilz vom Leib - das ist wiederum eine wichtige Hauptaufgabe der Männchen, die sich sonst vorwiegend mit der Fortpflanzung beschäftigen.

Mit der vorliegenden Präsentation knüpft Ralf Kopp an seinen voran gegangenen Werkzyklus "achtung:GELD" an - der zeitkritischen Kunst mit bedruckten Euroscheinen, einer limitierten Auflage. Das Kunstprojekt "achtung: GELD" zeigt mit Warnhinweisen bedruckte 10 Euro-Scheine und geht einerseits auf die aktuelle Berichterstattung über DIE Krise - Themen wie "Skrupellose Börsenzocker", "Bad Bank", "Boni in Milliardenhöhe trotz Staatshilfe", Staatspleiten und Korruption ein.
Das Kunstprojekt verweist auch auf die scheinbare Unmündigkeit derer, die mit Geld umgehen - ähnlich wie Warnhinweise auf Zigaretten-Packungen auf die Unmündigkeit der Raucher hinweist. Zum Anderen verdeutlicht sie durch den Druck auf dem Medium selbst, dass Geld positives und negatives unterstützt, fördert und finanziert - ob nun direkt oder indirekt.

© Text Florinda Ke Sophie, Graz 2012

Infos: bei Florinda Tel.: 0650 8171610


   

 

 


 

 
     

 

   © 2013 by Jakob Winkelmayer •  winkelmayer@inode.at