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"Ken Dowsing - Zeichnungen"
Eröffnung: in Anwesenheit des Künstlers, Donnerstag 04.08.2011, 19:00
Ausstellungsdauer: 05.08.-26.08.2011
Öffnungszeiten: Mi, Do, Fr 14-18h, Sa 11-16h
Erstmalig mit einer Einzelausstellung in Graz: KEN DOWSING.
Die Zeichnungen basieren auf seinen Studien des Romans "Ulysses", von James Joyce.
Und endlich wird Joyces Werk "Ulysses" zugänglicher!
Kenneth Richard Dowsing, wurde 1950 in England geboren und besuchte ab seinem 16. Lebensjahr die "Ipswich School of Art".
Für seine Film-Animationen erhielt er zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen. In New York war er an der Pilot-Version des
Filmes "Fritz the Cat" beteiligt. Seit Ende der 80er Jahre lebt und arbeitet Ken Dowsing in München. Dowsings narrative Studien, gehören
zu den dramatischsten Werken über James Joyces "Ulysses" - …bisher. Seit 2010 finden europaweit Ausstellungen mit Zeichnungen, Radierungen
und Lithografien von Ken Dowsing statt.
Ulysses ist der bedeutendste Roman des irischen Schriftstellers James Joyce und gilt als Klassiker der Weltliteratur.
Aufgrund seiner innovativen Erzähltechnik, seines komplexen Aufbaus und der exemplarischen Zeit-Behandlung zählt er ebenso zu den
bedeutendsten Werken der Literatur, welche je geschrieben wurden. Ulysses gilt als das moderne Pendant zu Homers Odyssee,
ein parodistisch gesehener Katalog homerischer Figuren, bei denen das Heroische kleinbürgerlich auftritt. Der Roman erzählt von Irland,
der Bibel, vom Mittelalter, von der Auseinandersetzung mit den Weltreligionen und definiert die Geschichte der englischen Sprache.
Er entstand zwischen 1914 und 1921. Wegen Obszönität waren die anfänglichen "Short Storys" beschlagnahmt worden. Eine zensierte Fassung
als Gesamtwerk wurde erstmals 1922 in Paris veröffentlicht.
Joyce beschreibt im Ulysses in 18 Episoden nur einen Tag - nämlich den 16. Juni 1904 - heute bekannt als der "Bloomsday", welcher in
Anlehnung an den Roman weltweit jährlich gefeiert wird. Ein Tag im Leben des Leopold Bloom, der Anzeigenakquisiteur bei einer Dubliner
Tageszeitung ist. Einer Reminiszenz an Homers Irrfahrten des Odysseus gleich, lässt er die Leser an den (Irr-) Gängen seines Protagonisten
durch Dublin teilhaben. Jedes der 18 Kapitel kann einer Episode aus dem homerischen Epos Odysseus zugeordnet werden. Dabei wird das
entsprechende Thema inhaltlich und auch durch die stilistische Komposition dargestellt. So ist beispielsweise das siebte Kapitel ("Äolus")
vollständig in Form kurzer Zeitungsartikel verfasst. Im 14. Kapitel wird das Wachstum eines Kindes im Leib der Mutter sprachlich symbolisiert,
indem der Text sich in Schritten vom Altsächsischen bis hin zur modernen englischen Umgangssprache entwickelt. Der berühmte Schlussmonolog
(im letzten Kapitel) von Blooms Frau Molly, "Penelope" genannt, besteht aus acht langen Sätzen ohne einziges Interpunktionszeichen,
die den Leser Mollys Bewusstseinsstrom miterleben lassen. Diese Penelope-Episode fügt 40 000 Wörter zu einem einzigen Satz zusammen.
Joyce schildert nicht nur die Dubliner Geschehnisse, sondern auch die Gedanken seiner Hauptdarsteller mit ihren Assoziationen,
Erinnerungsfetzen und Vorstellungen. Die Sprache wird dabei ungeordnet und bruchstückhaft verwendet, "wie es der Person gerade durch
den Kopf geht". Dieses Stilelement wird hier zum ersten Mal zentrales Gestaltungselement eines literarischen Werkes. Häufig überlagern
und überschneiden sich die Gedanken mehrerer Personen, die sich flüchtig begegnen, Straßengeräusche dringen kurz ins Bewusstsein ein oder
bleiben gerade an dessen Schwelle stehen. Ereignisse, die sich zeitgleich an verschiedenen Orten in Dublin abspielen, verweben sich,
stehen nebeneinander oder verschwimmen zu einem einzigen Eindruck. Jedes der 18 Kapitel ist in einem charakteristischen, die Künstlichkeit
der literarischen Vermittlung betonenden Stil verfasst. Formen wie Reportage, Elegie, Drama, Essay, Farce, oder Gerichtsrede und andere,
werden zu einem Ganzen vermischt. Das siebte Kapitel ist ein Beispiel journalistischer Textur, in dem die typische Rhetorik zum Einsatz
kommt; das Sirenen-Kapitel gleicht einer kanonischen Fuge. Der Rest gilt als eine schier unüberschaubare Fülle von Bewusstseinsinhalten,
Assoziationen, Anspielungen, intertextuellen Bezügen und Sprachfeldern, deren Erschließung und Verständnis durch die Leserschaft höchst
anspruchsvoll ist.
"Ich möchte ein Abbild von Dublin erschaffen, so vollständig, dass, wenn die Stadt eines Tages plötzlich vom Erdboden verschwände,
sie aus meinem Buch heraus vollständig wieder aufgebaut werden könnte." sagte James Joyce selbst über sein monumentales Werk.
Doch die Geschichte auf 800 Seiten, ist so verwirrend geschrieben, dass dieses Buch meist nicht zu Ende studiert, von zahlreichen
LeserInnen wieder beiseitegelegt wird. - Fast 100 Jahre später tritt Ken Dowsing ins Geschehen und erhellt uns mit einem ebenso monumentalen,
weil schier endlosem und farbenprächtigen Bildzyklus, was die sprachliche Komplexität des Romans verhinderte:
Wir sehen und begreifen!
Vernissage Ken Dowsing
am 04.08.2011
© Florinda Ke Sophie, Graz 2011
Weitere Informationen zum Künstler:
Wikipedia - Ken Dowsing
www.artoffer.com/Ken-Dowsing
Infos:
bei Florinda Tel.: 0650 8171610
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